Weihnachtsverkauf für Künstler: So bietest du deine Kunst als Geschenk an

Goldene Geschenkschleife auf einer Geschenkbox, umgeben von Symbolen für Musik, Literatur, Malerei, Theater, Fotografie und Gesang

Es ist Ende Oktober, und irgendwo in deinem Atelier, im Studio, im Probenraum oder auf deinem Schreibtisch liegt etwas, das im Dezember unter einem Weihnachtsbaum landen könnte. Ein Bild, ein Konzert, eine Geschichte, ein Foto, ein Abend mit dir. Nur weiß die Person, die es verschenken würde, noch nichts davon.

Vielleicht zuckst du bei dem Gedanken zusammen. Weihnachtsverkauf klingt nach Rabattaktionen, nach Kitsch und nach lautem Marketing, das so gar nicht zu deiner Arbeit passt. Das muss es nicht sein. Du kannst deine Kunst als Geschenk anbieten und dabei genau der Künstler bleiben, der du bist, egal ob du malst, musizierst, tanzt, schreibst oder fotografierst.

Warum jetzt der richtige Moment ist

Geschenke werden früher geplant, als man denkt. Wer ein Werk rahmen lassen, eine Widmung schreiben oder ein Paket verschicken will, braucht Vorlauf. Auch Konzertkarten und Kursplätze werden oft schon im November verschenkt. Fängst du erst Anfang Dezember an, über Weihnachten zu sprechen, ist für viele Menschen der Zug längst abgefahren. Die Zeit bis Mitte November gehört deiner Vorbereitung, danach beginnt das Erzählen.

Was sich als Geschenk eignet

Nicht jedes Werk und nicht jeder Auftritt ist ein gutes Geschenk, und das ist in Ordnung. Du musst auch nicht dein Hauptwerk in ein Weihnachtsangebot verwandeln. Überlege, was zu dieser Jahreszeit und zu deiner Sparte passt:

  • Malerei, Grafik, Fotografie: kleine Formate und Studien, signierte und nummerierte Drucke in überschaubarer Auflage, Karten-Sets oder Kalender
  • Musik: Konzertkarten, eine signierte CD oder Schallplatte, ein digitaler Download mit persönlicher Nachricht, ein Hauskonzert oder ein Ständchen zum Fest
  • Tanz, Theater, Performance: Eintrittskarten, Gutscheine für Kurse und Workshops, eine Probenstunde oder eine Einladung hinter die Kulissen
  • Literatur: signierte Ausgaben mit handgeschriebener Widmung, eine Lesung im kleinen Kreis, ein persönlich geschriebenes Gedicht oder eine Kurzgeschichte nach Wunsch
  • Kunsthandwerk und Design: kleine Serien, die sich gut verpacken lassen, oder ein Stück nach persönlichem Wunsch
  • Für alle Sparten: ein Gutschein für Unterricht, eine Auftragsarbeit oder eine gemeinsame Stunde mit dir

Wichtig ist, dass jedes dieser Angebote etwas von dir enthält. Ein Geschenk aus deiner Hand oder von deiner Bühne ist für den Beschenkten etwas anderes als ein Gutschein aus dem Kaufhaus.

Erzähl, wem dein Angebot gefallen könnte

Menschen kaufen Geschenke für andere, und dabei fragen sie sich ständig: Passt das zu ihr? Würde er sich freuen? Du kannst ihnen diese Frage erleichtern, indem du zu jedem Angebot ein, zwei Sätze schreibst. Für wen ist es gemacht? Welche Stimmung bringt es mit? Was erzählt es? „Für alle, die morgens gern in Ruhe Kaffee trinken“ sagt mehr als jede technische Beschreibung, und „für den Menschen, der nach einem langen Jahr einen Abend zum Durchatmen braucht“ verkauft eine Konzertkarte besser als das Datum allein.

Dein Fahrplan bis Weihnachten

  • Bis Anfang November: Auswahl festlegen, Preise klären, gute Fotos oder kurze Hörproben und Videoausschnitte bereitstellen
  • Mitte November: Ankündigung an deinen Newsletter und auf deinen Kanälen, zuerst an Menschen, die dich schon kennen
  • Ein klarer Bestellschluss für alles, was verschickt werden muss, großzügig mit Puffer angesetzt. Frag bei deinem Versanddienstleister nach den aktuellen Fristen, bevor du ein Datum nennst
  • Tickets und Gutscheine als digitale Variante anbieten, die auch kurz vor dem Fest noch rechtzeitig ankommt
  • Ende November und Anfang Dezember: eine freundliche Erinnerung, dass der Bestellschluss näher rückt
  • Nach dem Bestellschluss: ein kurzes Dankeschön und der Hinweis, dass es im neuen Jahr weitergeht

Die Menschen, die dich schon verfolgen, sind deine ersten und besten Schenkenden. Sie müssen nicht überzeugt werden, sie brauchen nur einen guten Anlass und eine einfache Möglichkeit zu kaufen. Mehr dazu, wie neue Käufer heute zu Kunst finden, liest du in unserem Beitrag Wie junge Sammler heute Kunst finden und kaufen.

Zugabe statt Rabatt

Wenn du den Wert deiner Arbeit schützen willst, ist ein Preisnachlass selten die beste Idee. Er sagt leise, dass der ursprüngliche Preis zu hoch war, und er lässt sich im Januar kaum wieder zurücknehmen. Biete lieber etwas dazu an: eine handgeschriebene Widmungskarte, eine schöne Verpackung, eine kleine Skizze auf der Rückseite, eine kurze persönliche Videobotschaft für den Beschenkten oder ein Treffen nach dem Konzert. Das kostet dich wenig und bleibt in Erinnerung.

Mach es dem Schenkenden leicht

  • Klare Preise, klare Lieferzeit, klare Versandkosten, ohne dass jemand nachfragen muss
  • Fertig verpackte Geschenke oder ein Gutschein zum Ausdrucken, damit am Heiligabend nichts fehlt
  • Ein Bild, eine Hörprobe oder ein kurzes Video, damit man sich vorstellen kann, was man verschenkt
  • Eine echte Ansprechperson: Antworte schnell und freundlich, auch am Abend vor dem Bestellschluss

Deine Aufgabe für heute

Such dir drei Angebote aus, die sich als Geschenk eignen, egal ob Werk, Karte, Kurs oder Konzert. Schreib zu jedem zwei Sätze: Für wen ist es gedacht, und was soll der Beschenkte beim Auspacken fühlen? Mehr braucht es heute nicht. Wenn die drei Texte stehen, ist der schwierigste Teil des Weihnachtsverkaufs schon geschafft.

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