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Neue Sachlichkeit

Die „Neue Sachlichkeit“ (auch bekannt als „Neue Sachliche Kunst“ oder „Neue Sachlichkeit“) war eine Kunstbewegung, die in den 1920er Jahren in Deutschland aufkam. Sie war eine Reaktion auf die traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und die politischen und sozialen Wirren der Weimarer Republik.

Die Neue Sachlichkeit zeichnete sich durch ruhige, wahrheitsgetreue und realistische Darstellungen aus. Die Künstler dieser Bewegung bemühten sich um eine objektive Wiedergabe der Wirklichkeit und distanzierten sich von der Emotionalität und dem Expressionismus der vorangegangenen Kunstströmungen.

Die Kunstwerke des Neuen Objektivs stellen häufig Alltagsszenen, Porträts, Stadtansichten, Landschaften und Stillleben dar. Die Darstellungen waren genau, präzise und detailreich, ohne romantische Idealisierung oder emotionale Übertreibung. Es ging darum, die Realität in einer nüchternen und ehrlichen Form zu erfassen.

Die neue Sachlichkeit umfasst verschiedene Kunstformen wie Malerei, Grafik, Fotografie und Literatur. In der Malerei werden häufig leuchtende Farben, klare Linien und scharfe Kontraste verwendet, um die Realität zu betonen. Die Fotografie spielte eine wichtige Rolle, da sie das Streben nach objektiver Aufzeichnung und Wiedergabe perfekt verkörperte.

Berühmte Vertreter des Neuen Objektivismus waren die Maler Otto Dix, Georg Grosz und Christian Schade sowie die Fotografen August Sander und Lotte Jacobi. Ihre Werke spiegeln die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Weimarer Republik wider und zeigen eine kritische Haltung gegenüber der Gesellschaft.

Die Neue Sachlichkeit wurde von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ verunglimpft und nach der Machtübernahme 1933 verboten. Viele Künstler wurden verfolgt oder mussten ins Exil gehen.

Obwohl die Bewegung nur für einen relativ kurzen Zeitraum existierte, hinterließ die Neue Sachlichkeit einen nachhaltigen Einfluss auf die Kunstgeschichte. Ihre Betonung der Wiedergabe der Realität und ihre kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft prägten die Kunstwelt nachhaltig und brachten ihr den Status einer bedeutenden Bewegung während der beiden Weltkriege ein.

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